Drei Könige

Eine königliche Spezialität

 

Was haben eine Bohne und ein König gemeinsam? «Denkbar wenig», war meine Antwort – aber ich bin eines Besseren belehrt worden. 

Wer einmal im Jahr König sein möchte, hat am 6. Januar Gelegenheit dazu. Für Kinder ist dieser Tag nach Weihnachten ein weiteres Highlight mit Überraschungspotenzial. Meine Schwestern und ich freuten uns jeweils schon am Abend zuvor auf den Zmorgen am nächsten Tag. Dabei hatte jede von uns eine ganz eigene Methode, den König im Dreikönigskuchen ausfindig zu machen – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Doch was hat es mit diesem Brauch auf sich? Der Dreikönigstag hat – wie es der Name bereits sagt – mit den Heiligen Drei Königen aus dem Morgenland zu tun. An diesem Tag sind Caspar, Melchior und Balthasar durch den Stern von Bethlehem zum kleinen Jesus im Stall geführt worden und haben ihm reichlich Geschenke mitgebracht.

Die Tradition des Dreikönigskuchens soll ursprünglich von den Römern stammen. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus feierte man im alten Rom ein Volksfest zu Ehren des Ackergotts Saturn. Damals wurde der Bevölkerung ein Honigkuchen aufgetischt, in den eine Bohne eingebacken wurde. Der oder die Glückliche, der die Bohne fand, wurde für einen Tag als Bohnenkönig oder Bohnenkönigin gefeiert. Wenn man der Überlieferung Glauben schenkt, waren sogar die damaligen Sklaven teilnahmeberechtigt und hatten die gleichen Chancen wie alle anderen. Nach und nach fand diese Tradition vermehrt Anklang und soll schliesslich mit den römischen Legionären nach Mitteleuropa und damit auch in die Schweiz überliefert worden sein.

Eine clevere Geschäftsidee

Nach dem Zweiten Weltkrieg fristete der Dreikönigskuchen jedoch ein ziemlich karges Dasein. Die Schweizer Bevölkerung hatte sich damals um andere, wichtigere Probleme zu kümmern. 1952, als sich die Wirtschaft wieder in einem Aufschwung befand, wurde das Gebäck vom Volkskundler und Brotforscher Max Währen zusammen mit dem Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverband zu neuem Leben erweckt. Ursprünglich mit einer Spende für einen guten Zweck verbunden, mauserte sich der Dreikönigskuchen schnell zu einem beliebten Gebäck. Dafür wurde damals eine aufwendige Medienkampagne auf die Beine gestellt. Heute ist das Hefegebäck mit Hagelzucker am 6. Januar kaum mehr vom Zmorgentisch wegzudenken und ist bei Gross und Klein überaus beliebt. Pro Jahr verspeisen wir über 1,5 Millionen Dreikönigskuchen. Damit zählt er zum meistverkauften Spezialgebäck der Nation.

So feiern unsere europäischen Nachbarn

Irland/England
An «Women’s Little Christmas» (kleine Weihnachten der Frauen) wird die zwölftägige Weihnachtszeit traditionellerweise abgeschlossen, der Weihnachtsbaum abgeschmückt und die ganze Weihnachtsdekoration für ein Jahr versorgt. Genauso wie die Iren, glauben auch die Briten, dass es Unglück bringt, die weihnachtliche Dekoration länger stehen zu lassen. Zudem geniessen die Frauen, die sich jahrein, jahraus um Haushalt und Familie kümmern, am Dreikönigstag ihren Ausgang.

Italien
«La Befana», eine gutmütige alte Frau mit Stupsnase und auf einem Besen reitend, beschenkt an diesem Tag die Kinder. Brave werden mit Süssigkeiten beglückt, während die Unartigen ihre Strümpfe mit Kohle gefüllt vorfinden. Die Figur von La Befana ist vom griechischen Wort «Epiphanie» abgeleitet, mit dem das christliche Fest der Heiligen Drei Könige bezeichnet wird.

Spanien
Bereits am Vorabend beginnen die Spanier ihren «Día de los Reyes Magos» ausgelassen zu feiern. In den Städten werden Umzüge unter der Führung von den Heiligen Drei Königen veranstaltet. Die Strassen sind voll mit Leuten, die verkleidet sind, und Kindern auf der Suche nach Süssigkeiten und Bonbons, die von den Königen grosszügig verteilt werden.

Text: Anne-Andrea Looser

Der exklusive Dreikönigsbrunch

Wie wäre es mit einem Dreikönigsbrunch der ganz besonderen Art? Geniesse mit Familie und Freunden am 5. Januar 2020 ab 9 Uhr ein köstliches Frühstück bei der Bäckerei Kuhn in Brunnadern.

Preis: CHF 23.- pro Erwachsene, für Kinder ab 4 Jahren je CHF 2.- pro Jahr

Die Plätze sind beschränkt und eine Reservation ist erforderlich. Bitte meldet euch direkt bei der Bäckerei in Brunnadern unter 071 375 62 71.

Dreikönigskuchen für 8 Portionen selber backen

So geht's:

(Quelle: swissmilk.ch)

Zutaten

  • 1 Königsfigur (ist beim Bäcker erhältlich, als Alternative eine Bohne nehmen)
  • Backpapier
  • 100 g Sultaninen
  • 500 g Mehl
  • 3 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 30 g Hefe, zerbröckelt
  • 2,5–3 dl Milch, lauwarm
  • 75 g Butter, flüssig, abgekühlt
  • 1 Eigelb, mit
  • 1 EL Milch verrührt
  • 2 EL Mandelblättchen
  • wenig Hagelzucker

Zubereitung

  • Sultaninen mit heissem Wasser übergiessen.
  • Teig: Mehl, Zucker und Salz mischen, eine Mulde formen. Hefe in wenig Milch auflösen, mit restlicher Milch und Butter hineingiessen. Zu einem geschmeidigen Teig kneten. Zugedeckt bei Raumtemperatur aufs Doppelte aufgehen lassen.
  • Sultaninen abgiessen, unter den Teig kneten. Teig nochmals zugedeckt aufs Doppelte aufgehen lassen.
  • Aus einem Viertel Teig eine Kugel formen, auf das mit Backpapier belegte Blech setzen. Restlichen Teig in 8 Teile schneiden, Kugeln formen, dabei den König in einer Kugel verstecken. Teigkugeln mit wenig Abstand rund um die Mitte anordnen. Mit einem feuchten Tuch bedeckt 15 Minuten aufgehen lassen.
  • Kuchen mit Eigelb bestreichen, mit Mandelblättchen und Hagelzucker bestreuen. Im unteren Teil des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 25–30 Minuten backen.