Marco Rima über die Frage aller Fragen

Marco Rima: «Meine Essenz der Schweiz»

 

Der Schauspieler, Comedian, Kabarettist und Produzent Marco Rima wurde mit dem Cabaret-Duo Marcocello erstmals bekannt. Nach diversen Solo-Bühnenprogrammen, Comedy-Musicals und Filmrollen ist er in der Schweiz und in Deutschland sehr populär. Marco Rima tourt ab 29. Oktober 2020 mit seiner neuen Show #NO PROBLEM durch die Schweiz.

Reisen Sie gerne? Mit dem Zug?
Reisen ist der beste Weg, Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden. Ich reise gerne mit dem Zug. Zu meinen Shows reise ich zu 80 Prozent mit dem Zug. Das ist entspannend und ich lerne oft nette Menschen kennen.


Was ist Ihr Hauptcharakterzug?
Ich bin grundsätzlich ein neugieriger Mensch. Und das wünsche ich mir auch für alle anderen. Bleibt neugierig und offen für Neues.


Sind Sie vor einem Auftritt nervös?

Nein, das war ich nie. Wenn ich mich gut auf einen Auftritt vorbereitet habe, kann eigentlich fast nichts mehr schief gehen – und wenn, dann lasse ich das Publikum an meinem «Versagen» teilhaben. Das endet dann meistens in grossem Gelächter.


Was ist Ihnen in Bezug auf die Schweiz besonders wichtig?
Die Schweiz ist ein reiches Land. Ich wünsche mir von Herzen, dass wir Schweizer uns jeden Tag unserer einzigartigen Situation in der Welt bewusst sind. Und, dass wir gegenüber Andersdenkenden drei Dinge beherzigen: Respekt, Toleranz und Liebenswürdigkeit.


Gibt es Dinge, die Sie bei Ihrer Arbeit nur in der Schweiz erleben?
Egal wo ich hinkomme, man wird gegrüsst. Das ist grossartig und ich habe das in Ansätzen nur noch in Australien erlebt.


Ihre Lieblingsgestalt in der Schweizer Geschichte?
Frédéric-César de la Harpe. Er war ein Schweizer Politiker der Helvetik und Erzieher des Zaren Alexander I. von Russland. Ihm ist es durch seinen Einfluss auf den Zaren zu verdanken, dass die Schweiz beim Wiener Kongress nicht aufgeteilt oder als Monarchie in den Deutschen Bund eingegliedert wurde, sondern zur Pufferzone gegenüber den vier grossen Mächten erklärt wurde – ihm gebührt grosse Anerkennung. Wahrscheinlich hat er bewusst oder unbewusst viel zur Neutralität der Schweiz beigetragen.


Haben Sie eine Vision zur Schweiz in 20 Jahren?
Wenn wir uns weiterhin ehrlich, kritisch und humorvoll mit unserer Identität auseinandersetzen, wird die Schweiz in vielen Bereichen Vorbild für andere Länder.